Körbaer Teich – Naturschutzgebiet wider Willen

Naherholungsgebiet Körbaer Teich – Anwohner wehren sich mit Unterstützung von Iris Schülzke gegen Ausweisung zum Naturschutzgebiet

Der Körbaer Teich ist ein 27 Hektar großes Gewässer exakt auf der Grenze zwischen Elbe-Elster und Teltow-Fläming.  Da er maximal nur etwa 2,5 Meter tief ist, wird der Teich im Sommer schneller warm als die meisten Seen in Brandenburg. Jahrelang haben Anwohner und die angrenzenden Kommunen aus den verschiedensten Gründen geholfen und viel Zeit und Geld investiert, den vor Jahrhunderten von Mönchen künstlich angelegten Teich in ein anziehendes Naherholungsgebiet zu verwandeln.

Die kleinen Badestellen am Teich sind inzwischen die Grundlagen eines sanften Tourismus. Bootsverleih, Gaststätte, Herberge, Eiscafé und ein Zeltplatz liegen am Ufer, nicht weit davon entfernt auch zahlreiche Bungalows, die im Sommer gut besucht sind. Die landschaftliche Schönheit – die Region ist ein Landschaftsschutzgebiet – und die Freizeitmöglichkeiten machen den südlich gelegenen Ort Lebusa für die Anwohner attraktiv, seit Anfang des Jahrzehnts ist seine Bevölkerung stabil.

Doch die Erfolgsgeschichte könnte bald zu Ende sein. Denn Anfang 2017 kam plötzlich der „gut gemeinte“ Vorstoß der Landesregierung, die Umgebung in ein Naturschutzgebiet zu verwandeln – „ohne Absprache mit der Bevölkerung vor Ort“, so die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (BVB / FREIE WÄHLER) wörtlich. Offizielle Begründung: Man wolle das Gebiet „weiterentwickeln“. Iris Schülzke: „Die Bevölkerung der Gemeinde und natürlich auch die Eigentümer der Grundstücke sind aus allen Wolken gefallen.“ Denn in Wahrheit bedeutet das Naturschutzgebiet keine Weiterentwicklung, sondern de facto eine Stilllegung des Naherholungsgebietes.

Die kommenden Einschränkungen wären gravierend. Eine Straße dürfte nicht gebaut werden, Durchlässe dürfen nicht geändert werden. Wildschweine und Waschbären sind in dem Gebiet ein großes Problem. Sie dürften dann nicht mehr ohne Weiteres gejagt werden. Auch die Angler sind erbost. Sie waren Vorreiter beim Erhalt und der Erschließung und nutzen den Teich als Angelgewässer. Zur Belohnung für jahrzehntelange Arbeit soll ihnen dies nun verboten oder zumindest erheblich durch Bürokratie erschwert werden. Auch die Landwirte der Umgebung sind über die kommende Bürokratie und Nutzungseinschränkungen und -verbote nicht begeistert.

Ebenso schwer würde es die Waldbesitzer erwischen. Mit einem nahe gelegenen Naturschutzgebiet wäre es unmöglich, schnell auf Schädlingsbefall zu reagieren. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als letzte Möglichkeit wäre nur noch nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung möglich – doch die dauert Wochen. Bis dahin kann es zu spät sein. Kein fiktives Szenario – der massive Befall durch die Kiefernbuschhornblattwespe 2016 konnte genau aus diesen Gründen erst viel zu spät bekämpft werden. Das Ergebnis waren 20.000 Hektar kahlgefressene Wälder, bei denen abzuwarten ist, wie viele Bäume überleben.

Selbst für die Natur sind die Vorhaben des Umweltamtes keine guten Nachrichten. Alle 5 Jahre soll der Teich abgelassen werden. Für die Tier- und Pflanzenwelt im See, die auf kontinuierliches Wasser angewiesen sind, eine Katastrophe – zumal der See ohnehin Probleme hat, den Wasserstand zu halten. Ihn wieder aufzufüllen, dürfte in trockenen Jahren problematisch sein.

Damit ist klar, dass die angrenzenden Kommunen sich gegen die Ausweisung zum Naturschutzgebiet wehren. Als Fazit kann man feststellen, dass außer dem fernen Ministerium in Potsdam so gut wie niemand die Ausweisung des Körbaer Teichs zum Naturschutzgebiet will – schon gar nicht die Anwohner. „Was in Jahren aufgebaut wurde, wird nun wieder zunichte gemacht. Fünfundzwanzig Verbote festzusetzen, die die Bürger einschränken und enteignen, das darf nicht passieren. Das Ganze ist ein Stück aus dem Tollhaus", sagte dazu Iris Schülzke. Sie und BVB / FREIE WÄHLER werden sich dafür einsetzen, dass der aktuelle Zustand als Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet sowie Touristenziel erhalten bleibt und kein Naturschutzgebiet gegen den Willen der Anwohner ausgewiesen wird.

Kleine Anfrage "Verordnung über das Naturschutzgebiet „Körbaer Teich und Niederungslandschaft am Schweinitzer Fließ“

Presseecho:
Iris Schülzke stellt Anfrage im Landtag zum Körbaer Teich - Lausitzer Rundschau 13.04.2017